Sonntag, 1. Juli 2007

In der Bahn

Gestern gegen Mittag trudelte eine Mail ein, die mich vor eventuellen Streiks der Deutschen Bahn warnte und das steigerte meine Lust aufs Bahnfahren natürlich deutlich. Letztendlich waren es aber nicht die Bahnmitarbeiter, die mir den Tag vermiesten, sondern vorallem die ach so netten Mitfahrer.

Ich war morgens früh aufgestanden, nachdem ich abends doch zu lang vorm Fernseher gehockt hatte, aber ich baute darauf, dass meine japanischen Gene mir einen angenehmen, geradezu buddhistischen Schlaf während der Zugfahrt erlauben würde. Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass neben mir eine Familie sitzen würde, bei der nicht das Kind sondern der Vater(oder der Mann des Paares), die furchtbarste Figur darstellen würde. Die ganze Zugfahrt über plapperte er mit Mathias Richling(http://www.youtube.com/watch?v=IUnocT8MpQE) gleicher Stimme auf seine Frau ein und nervte sie, mich und alle anderen Fahrgäste, im Umkreis von 5 Metern, die wir alle unsere Ruhe haben wollten. Sätzen wie "Was ist das denn Schatzi?", " Hach Bärchen, ich hab doch kein Problem damit, wenn du mal Urlaub ohne mich und dein Kind machst?" klingen selbst nach Stunden immer noch in meinem Gehörgang nach. Also, das mit dem Schlafen konnte ich vergessen und gezwungenermaßen lies ich dann auch meine Augen offen. Leider war dies auch ein Fehler, denn dieser Mann mit der Riechlingstimme hatte einen 130-Kilo-Körper, der kaum in die Bahnsitze passte und während er sprach, stopfte er sich die mitgebrachten Nordsee-Brötchen mit ordentlich Remoulade dutzendweise in sich hinein. Als ich den Blick von ihm abwandte sah ich gleich die nächste Furchtbarkeit bzw. die Unlogik in Person. Eine junge, relativ attraktive Studentin saß da, hatte einerseits ein Oberteil, zwei Pullis und zwei Jacken für obenrum an, aber komischerweise als Hose nur eine Hotpants. Außerdem hatte sie komischerweise lauter blaue Flecken an den Beinen, als hätte jemand auf sie mit einer Erbsenpistole geschossen und sprach am Handy die ganze Zeit von Quittenmarmelade. Krönend war zuletzt noch, dass das Bahnpersonal bis auf eine Schaffnerin, unfreundlich wie immer war und natürlich fand ich auch keinen Fahrgast, mit dem ich mich von diesem Dilemma hätte ablenken können.

Mein Gott was war ich froh, als ich nach 3 Stunden am Ende der Reise angekommen war und zum Glück mit einem MP3-Player ein wenig diese Nebengeräusche ausblenden konnte.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wem sagst Du das! Die Bahn ein unendliches System von nicht ueberwindbaren Unendlichkeiten, Verspaetungen, nicht funktionierenden Klimaanlagen, "sehr" freundlichem Personal und nicht zu top'enden Fahrgaesten! Geschichten, die das Leben schreibt!
Ein Bewunderer der deutschen Bundesbahn :-)

Max hat gesagt…

wo bis du hingefahren?

Also ich heute von Schwerin nach Hamburg fahren musste wegem meinem Flug kam die Bahn auch zu spät. Zum Glück nur 10 Min und ohne Streik.

Aber eigentlich dürfen wir uns nicht über die Unpünktlichkeit der DB beschweren. In anderen Ländern ist es 10x schlimmer. In Italien kommen Züge gerne mal 2 Std zu spät und das ohne Ansage.

Als ich letztes Jahr in Frankreich war habe ich auch erlebt das manche Busse einfach nicht kommen. Am nächsten Tag haben wir einmal den Busfahrer gefragt warum der Bus gestern nicht gekommen ist.
Antwort: Ja weil der Bus gestern nicht gekommen ist.

Achso ug2